Ven schon, denn schon…

Heute ist der 28. Juni und wir möchten weiter. Helsingborg ist uns zu groß und zu aufgeregt. Wir möchten weiter nach Ven, müssen aber vorher noch die Hafengebühr bezahlen und tanken.

Der Hafenmeister freut sich, dass Philipp wie versprochen mit 200 Kronen vorbeikommt. Er bedauert die Umstände und erklärt, dass nicht nur das Kartenterminal in seinem Büro defekt ist sondern auch sein Buchhaltungssystem nicht funktioniert. Kartenzahlung nicht möglich, Barzahlung auch nicht, die Liegegebühr ist geschenkt. Da man sich mit Bargeld in der Tasche in Schweden wie ein Halbkrimineller fühlt und ohnehin fast keine Chance hat, das Geld wieder loszuwerden werden 200 Kronen der Jugendvereinskasse des Segelclubs gespendet.

Dann kommt der anstrengende Teil. Am Vortag sind wir fast 30 Seemeilen motort, zum Schluss gegen eine Strömung mit 1,5 Knoten. Tank und Reservekanister für unseren Quirl sind nicht mehr besonders voll. Da wir das kurze Stück nach Ven ebenfalls mit dem Motor zurücklegen werden und nicht wissen, ob es im Hafen auf Ven eine Tankstelle gibt, sollten wir nachtanken. Philipp marschiert mit dem 15-Liter-Tank und dem 5-Liter-Kanister einmal rund um den Hafen zur Bootstankstelle und mit den beiden aufgefüllten Behältern wieder zurück. Ohne Leiterwagen, wie in manchen Häfen zur Verfügung gestellt, ganz schön schweißtreibend.

Jedenfalls heißt es um 10 Uhr „Leinen los“ in Helsingborg und nach 10 Seemeilen nur unter Motor „fest in Kyrkbacken / Ven“ um 13 Uhr. Die kurze Fahrt verläuft unspektakulär, lediglich das Queren der Fährlinie zwischen Helsingborg auf Schwedischer und Helsingør auf Dänischer Seite erfordert erhöhte Aufmerksamkeit.

Wir gehen zunächst an der Mole längsseits. Weil der Wind aber nach unserem Inselspaziergang auffrischt und es unruhig wird, parken wir um. So, und dabei passiert es dann: Der Philipp übersieht, dass ein Ende der Heckleine ins Wasser hängt, muss nochmal Rückwärtsgas geben und dann ist der Quirl schlagartig aus. Leine in der Schraube. Um den Propeller wieder frei zu bekommen, muss Philipp ins Wasser. Zwischendurch hat es ein paar Regenschauer gegeben, aber wat mutt, dat mutt… Und Hannah möchte auch schwimmen. Also wird sie in ihre Schwimmweste gesteckt, wir klappen die Badeleiter an Lady Garlics Heck herunter und klettern ins Wasser. Die Leine ist nur einmal herumgewickelt, lässt sich leicht entfernen und der Scherstift ist – toi, toi, toi – nicht gebrochen. Hannah ist glücklich im Wasser und möchte gar nicht wieder zurück an Bord. Sie schnattert schon vor Kälte, lässt sich aber nur mit übelsten Tricks aus der untersten Erziehungsschublade zurück ins Boot locken.

Ven gefällt uns gut. Ohne den Tip unserer Bootsnachbarn in Torekov wären wir an der Insel vorbei gefahren. Vielleicht schaffen wir es irgendwann wiederzukommen.

2 Antworten auf “Ven schon, denn schon…”

  1. So wie das aussieht, geniessen die zwei frauen, das abenteuer. Viel spass

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    1. Wir haben uns gut erholt, obwohl die Fahrt auch manchmal anstrengend war. Aber gerade weil wir unsere Alltagsroutine drei Wochen hinter uns lassen konnten, war es Urlaub pur. Und ja, die zwei Frauen und auch ich haben wir unser Abenteuer genossen.

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