Der erste Tag auf See

Wie geplant sind wir am 22. Juni aufgebrochen. Leinen los um 10 Uhr in Hinsholmkilen. Zuvor haben wir gefrühstückt, den Tank für den Quirl und einen 5-Liter Reservekanister aufgefüllt und ein Parkticket bis Freitag für das Auto gelöst.



Jedenfalls waren wir um 10 Uhr unterwegs. Hinsholmkilen liegt auf dem schwedischen Festland, geschützt hinter dem Südausläufer der Westschwedischen Schären. Der Wetterbericht hat westliche bis nordwestliche Winde mit 4 Beaufort sowie gelegentlich Regen vorhergesagt. Nachdem wir den Hafen verlassen hatten, war das Groß schnell gesetzt, die Fock ausgerollt und der Quirl abgeschaltet. Nach einem kurzen Stück Westkurs ging es mit halbem bis raumen Wind nach Süden. Backbord das Festland, Steuerbord die Schären. Lady Garlic lief mit konstant 5 Knoten und ohne Allüren. Wie vorhergesagt nahm der Wind zu und drehte auf Nordwest. Vier Beaufort raumer Wind sind eigentlich ideale Segelbedingungen, auch wenn eine etwas höhere See dazukommt. Dem konnte Sylvie nicht mal eingeschränkt zustimmen. Das Aussteuern der seitlich ankommenden See bei raumem Wind war für das erste Mal segeln etwas zu viel. Also hat Philipp die restliche Strecke bis Varberg alleine gesteuert. Das Segeln an sich war richtig toll – die Geschwindigkeit kletterte auf über 6 Knoten, Lady Garlic surfte in Wellentäler, setzte sanft ein und kletterte die nächste Welle hoch. Sylvie war von all etwas verängstigt und wusste nicht, was zu tun war.

Als die südlichen Ausläufer der Schären achteraus lagen, nahm die Höhe der Wellen merklich zu. Sylvie und Hannah saßen hinter dem Sprayhood und Philipp and der Pinne.

Jedenfalls sind wir die 40sm bis Varberg zügig und komplett unter Segeln durchgerutscht. Hannah musste sich unterwegs einmal übergeben, besteht aber darauf nicht seekrank gewesen zu sein sondern aufgeregt. Sylvie hat auch einen Superpep gekaut, der schnell gewirkt hat.

Vor Varberg wollte dann der Außenborder nicht starten. Der Quirl ist eigentlich sehr neu – ein 6PS Yamaha Motor, drei Jahre alt. Weder Fluchen noch gut Zureden halfen. Also mussten wir in den Hafen segeln. Nur unter Vorsegel und bei mittlerweile leichtem Wind (aber immer noch recht hoher See) haben wir die Mole passiert. Vor der Einfahrt zum Yachthafen Getterön waren noch zwei Schläge erforderlich. Direkt vor uns lag eine freie Box. Also auf Vorwindkurs auf die Box zu gefahren, kurz vorher die Fockschot losgeworden, unter Restfahrt die Heckleine über den Pfahl und dann war die Vorleine auch fest.

Sylvie war etwas geknickt, weil sie während unserer ersten Fahrt nicht viel tun konnte, Philipp freute sich einerseits über einen tollen Segeltag und über Lady Garlic, ärgerte sich aber auch ein bisschen über Sylvie, weil sie zu Hause nix von Segeltheorie, Knoten, etc. hören wollte, und jetzt, am ersten Segeltag nicht wusste, was zu tun war. Hannah wollte sofort die neue Umgebung erkunden und Krebse fangen.

Wir waren alle ziemlich fertig. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Tomatensauce, dann lagen wir in unseren Kojen.

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