Dänemark!

Heute ist der 3. Juli. Wir haben uns entlang der Westschwedischen Küste bis Skanör ganz im Südwesten des Landes vorgearbeitet. Mehr Schweden geht auf unserer Route nicht. Heute wollen wir rüber nach Dänemark. Wir haben zwei Alternativen:

  • Wir können östlich um die Insel Mön nach Klintholm. Die Umrundung der Steilküste bei Møns Klint ist eine Traumroute jedes Ostseeseglers. Klar wollen wir es versuchen, aber der Wind kommt aus Westen, wir wollen nach Südwesten. Außerdem müssten wir ein Verkehrstrennungsgebiet überqueren und auf direktem Weg von Skanör nach Klintholm würde die Querung in sehr spitzem Winkel erfolgen. Es empfiehlt sich deshalb zunächst nach Westen zu segeln, um das Verkehrstrennungsgebiet auf kurzem Weg zu überqueren und dann unter Land nach Süden abzubiegen. Damit halten wir uns die zweite Möglichkeit offen.
  • Alternativ können wir uns nach der Querung des Verkehrstrennungsgebiets in der Faxebucht einen Hafen suchen und einen Tag später entscheiden, ob wir uns Møns Klint vornehmen oder ob wir uns zwischen Seeland im Norden und den Inseln Møn und Falster im Süden hindurchhangeln. Dieser Weg wäre wegen seines Binnengewässern ähnlichen Charakters eine Alternative bei stärkerem Wind.

Der Wetterbericht sagt Wind anfangs mit 3Bft. aus Westen später auffrischend auf 5Bft. und auf Nordwest drehend voraus. Nordwest würde uns nach Møns Klint gut in den Kram passen. Am späteren Nachmittag soll es anfangen zu regnen. Wir können uns wegen des erst für später am Tag angekündigten Nordwestwinds morgens wieder Zeit lassen und machen uns gegen 12 Uhr auf den Weg. Die Segel sind wieder schnell gesetzt, der Motor ausgeschaltet. Wir queren das Verkehrstrennungsgebiet nördlich des Leuchtfeuers Falsterborev und gehen am Wind auf Südkurs. Møn liegt gut sichtbar vor uns. Allerdings frischt der Wind zunehmend auf, dreht aber nicht auf Nordwest, sodass wir bis Klintholm einen harten Ritt vor uns hätten; zu viel für Hannah und Sylvie.

Um 17:30 Uhr entscheiden wir uns für Plan B. Wir kreuzen in Richtung Stevns Klint auf. So haben wir auch ohne Møns Klint ein bisschen Steilküste. Inzwischen regnet es, der Wind pfeift durchs Rigg, Lady Garlic liegt schief im Wasser. Obwohl es nass und kalt ist, sind Hannah und Sylvie gut gelaunt. Beide scheinen sich daran gewöhnt zu haben, dass ein schief durchs Wasser ziehendes Segelboot nichts Bedrohliches an sich hat.

Um 18 Uhr starten wir dicht unter Land den Quirl und rollen das Vorsegel ein. Unser Ziel ist Rødvig. Um 20:15 Uhr machen wir nach 33 Seemeilen in einer freien Box fest.

Nachts frischt es immer stärker auf. In unserer Box haben wir den Wind genau von der Seite (ideal wäre von vorn), Lady Garlic zerrt an ihren Festmachern und schaukelt. Weil für den nächsten Tag noch mehr Wind vorhergesagt wird, legen wir einen Hafentag ein, an dem Philipp das Auto aus Torekov nachholt.

Wir haben es nach Dänemark geschafft, in ein Land, in dem „Ös“ durchgestrichen werden, das Münzen mit Löchern hat und wo man ordentliches Bier im Supermarkt kaufen kann. Zwar konnten wir unseren favorisierten Plan – die Umrundung Møn Klints – nicht umsetzen, aber damit haben wir gerechnet. Møns Klint liegt noch im Bereich des Möglichen, allerdings ist der Wetterbericht für die nächsten Tage wenig verheißungsvoll – der Wind soll noch weiter auf 7Bft. zulegen.

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